Einen Monat ohne WhatsApp

Warum sollte man in der heutigen vernetzten Zeit auf einen Messenger mit mehreren Millionen täglichen Nutzern verzichten? 

Nahezu jeder besitzt heute WhatsApp. Zumindest die Menschen dessen Handynummer man hat. Man ist immer und überall erreichbar. Aber ist es wirklich so wichtig immer per WhatsApp schreiben zu können oder Bilder zu verschicken? Man kann schließlich auch anrufen und die gute alte SMS gibt es auch noch. Ob man darauf aber wirklich zurückgreift oder ein anderer Messenger den Platz von WhatsApp einnimmt ist eher unwahrscheinlich. 

Anrufen:
Angerufen wird man heute nur noch bei Notfällen, wenn der Gegenüber schreibfaul ist oder wenn es um geschäftliche Dinge geht.

SMS:
SMS benutzt heute keiner mehr. Vorausgesetzt man hat ein Smartphone. Außerdem kostet bei vielen Handyverträgen eine SMS wieder ein paar Cent und ist nicht mehr in einer Flatrate enthalten.

Messenger:
Es gibt fast so viele Messenger Apps wie Fitness Apps im AppStore. Telegramm, Threema, Wire, Signal, Line, Viber oder WeChat. Um nur ein paar zu nennen. 

Aber zu einem anderen Messenger wechselt man nur dann, wenn andere mitziehen oder wenn der andere Messenger irgend ein unschlagbaren Vorteil bietet. Wobei letzteres Auslegungssache ist. Sicherheit ist bei den meisten Kontakten kein gutes Feature. Schon gar nicht wenn man dafür bezahlen muss. 

Aber wie heißt es doch so schön:

„Wenn du nichts für ein Produkt bezahlen musst, bist du das Produkt!“.

Das bedeutet wenn man einen Dienst wie WhatsApp benutzt, wo tägliche Kosten anfallen, muss von irgendwo Geld kommen um die Kosten zu decken und ggf. Gewinn abfällt. 

Der Messenger Telegramm besitzt dafür große Investoren die den Dienst am laufen halten. Bei der Schweizer App Threema zählt man einen einmaligen Betrag von 2€ bis 3€. 

Aber wie ist es bei WhatsApp? Facebook hat im Jahr 2014 WhatsApp aufgekauft und so die Entwickler von WhatsApp zu Millionären gemacht. Facebook verdient mit WhatsApp allerdings kein Geld. Das soll sich aber ändern. Bei den Statusmeldungen wird schon jetzt Werbung angezeigt und es könnte vermutlich in naher Zukunft kostenpflichtige Zusatzfeatures geben.

Ich habe angekündigt, dass ich einen Monat auf WhatsApp verzichten werde. Dies habe ich jedem persönlich geschrieben. Sowohl an private als auch an geschäftliche Kontakte. Einen Tag später habe ich die Mitteilungen von WhatsApp deaktiviert, sodass ich keine Hinweise mehr bekomme. Und dann war einen Monat Schluss mit WhatsApp.

Nachdem ich bei WhatsApp offline war ist nur ein einziger Kontakt zu Telegramm gewechselt. Sonst hat niemand einen anderen Messenger ausprobiert. Mit meinen Bandkollegen habe ich über Threema geschrieben. Allerdings hat ein Mitglied kein Threema. Also war es relativ schwierig einen Termin für eine Probe zu finden.

Nach einem Monat habe ich die Mitteilungen wieder angeschaltet und wer hätte es gedacht, 92 Nachrichten.

92 WhatsApp Benachrichtigungen

Fazit:

Es fühlt sich in irgendeiner Weise freier und unabhängiger an als vorher mit WhatsApp. Man bekommt allerdings auch deutlich weniger mit und ist nicht mehr up-to-date. Die Menschen rufen einen nicht an um mal eben eine kleine Frage zu stellen oder einfach Smalltalk zu halten. Man selbst ruft seine Kontakte ebenfalls nicht an um sie mal zu hören oder ähnliches. Man schreibt deutlich häufiger als das man anruft.

Cheers,
Chris